Metropolregion Rhein-Neckar

Architektenbeiträge

Stefan Forster

Inhaltsverzeichnis

Architektur für den Lebensraum Stadt

Stadtumbau in Leinefelde: Transformation einer Plattenbausiedlung

Wohnprojekt Meeräckerblock

„Benjamin Franklin Village“

Sparkasse Vorderpfalz

Campus Bockenheim in Frankfurt

Weiteren Projekten

Wir bedanken uns bei unseren Partnern:

Architektur für den Lebensraum Stadt

Stefan Forster

Stefan Forster und sein Team gehören zu den führenden deutschen Büros im Bereich Wohnungsbau. „Mit rund 38 Architektinnen und Architekten entwickeln wir die Standards im Wohnungsbau weiter und bearbeiten dabei sämtliche Segmente – vom hochwertigen Appartement bis zur bezahlbaren Mietwohnung, vom Stadthaus bis zum Großblock. Darüber hinaus zählen der Umbau von Büro- und Verwaltungsgebäuden sowie die Transformation von Siedlungsstrukturen zu unseren Schwerpunkten.

Seit mehr als 30 Jahren widmen wir uns dem Weiterbauen an der Stadt. Hierbei übertragen wir bewährte Prinzipien – wie die Nutzungsmischung oder die Differenzierung des Raumes in öffentlich und privat – auf die gegenwärtigen Bedürfnisse. Zu unseren Kunden zählen neben kommunalen Baugesellschaften und Genos­senschaften auch private Investoren und Bauträger. Unsere Arbeit verstehen wir als Plädoyer für eine qualitätsvolle Alltagsarchitektur und für Städte, in denen man gerne lebt.“

Stadtumbau in Leinefelde: Transformation einer Plattenbausiedlung

Als prominentestes und möglicherweise radikalstes Beispiel für den Stadtumbau in Leinefelde kann die Transformation einer 180 Meter langen Plattenbauzeile im »Physikerviertel«, dem östlichen Teil der Leinefelder Südstadt, gelten. Die Entwurfsstrategie sah die Kombination unterschiedlicher Maßnahmen vor: Zunächst wurden Zwischensegmente in regelmäßigen Abständen aus dem Volumen des Plattenbaus geschnitten und acht freistehende Häuser geschaffen, die wiederum um jeweils ein Geschoss gekürzt wurden. Mit der »Stadtvilla«, einem solitären, kleinen Geschosswohnungsbau auf quadratischem Grundriss, entstand ein neuer Bautypus. Der Umbau von Haus 07 folgte dem Gedanken einer Vermittlung zwischen der »kollektiven« Großform des Plattenbaus und der Figur des individuellen Einzelhauses. Eine durchlaufende Erdgeschosswand verbindet die acht Punkthäuser an der Ostseite miteinander und erzeugt die Anmutung einer Stadtmauer. Die Differenzierung zwischen dem Innen und Außen der Siedlung wird durch die Farbgebung akzentuiert: hier ein sachliches Grau, dort ein warmes Gelb. Der Farbwechsel an den Gebäudekanten erzeugt lebendige Kontraste. So wird der Stadteingang geografisch und der städtebauliche Neubeginn symbolisch markiert.

Wohnprojekt Meeräckerblock in Mannheim

Das Wohnprojekt Meeräckerblock liegt prominent am Meeräckerplatz im Zentrum von Mannheim-Lindenhof in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schwarzwaldblock (2006–2017). Wie dieser wird er im Auftrag der Wohnungsgenossenschaft „Spar- und Bauverein“ in mehreren Bauabschnitten sukzessive realisiert. In drei Phasen werden die zehn Bestandsbauten, die aufgrund von Baumängeln nicht mehr sanierungsfähig sind, durch insgesamt sieben Neubauten ersetzt. Städtebaulich orientiert sich der neue Meeräckerblock an den Konturen seines Vorgängers. So bleiben die Stadträume zu den vier Seiten des Straßenblocks erhalten.

Die Kubatur orientiert sich – mit sechs statt bisher fünf Vollgeschossen – am Maßstab des Schwarzwaldblocks. Lediglich der Kopfbau an der Meerwiesenstraße reagiert mit einem zurückversetzten Staffelgeschoss auf den benachbarten Quartiersplatz. In der Tradition sogenannter Reformblöcke, wie sie typisch für die Wohnungsbau-Architektur der 1920er-Jahre waren, steht der aufwändig begrünte Hof – hier mit einem kleinen Mischwald im Zentrum – als kollektiver Raum den Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung. Die bisher oberirdisch angeordneten Parkplätze werden durch eine unterirdische Parkgarage ersetzt.

Die Fassade wird mit einem wertigen Klinkersockel, durchlaufenden Brüstungsbändern und abgesetztem Dachgeschoss horizontal gegliedert. Die drei unterschiedlichen Wohnungstypen sind im Regelgeschoss als Vierspänner ausgebildet und modern ausgestattet. Nach Abschluss der Baumaßnahme wird der neue Meeräckerblock 134 (statt vorher 118) Wohneinheiten beherbergen.

„Benjamin Franklin Village“. Transformation in Mannheim

„Benjamin Franklin Village“ war 60 Jahre lang die größte Wohnsiedlung der US-amerikanischen Streitkräfte in Deutschland. Nach dem Abzug des Militärs im Jahr 2011 bot sich der Stadt Mannheim die Gelegenheit, das über viele Jahrzehnte abgeschlossene Areal einer neuen Nutzung zuzuführen und in ein lebendiges, zukunftsfähiges Stadtviertel umzuwandeln. In diesem Kontext entwickelten Stefan Forster Architekten ein Baugrundstück entlang der Andrew-Jackson-Straße im Norden des Quartiers „Franklin Mitte“. Im Auftrag der GWH Bauprojekte GmbH entstanden zwei Karrees mit insgesamt 155 Wohnungen, ergänzt um die Sanierung eines bestehenden Kasernenbaus mit 12 Wohnungen. Der Entwurf der Neubauten entwickelt die Idee des städtischen Blocks mit geschützten Innenbereichen zur freien Benutzung und Aneignung durch die Bewohner weiter. Durch die Transformation des Blocks, der immer wieder durch transparente Loggien unterbrochen wird, werden Einblicke in den grünen Innenhof ermöglicht ohne die Geschlossenheit des Baukörpers aufzugeben. Die Ensemblewirkung wird durch einen umlaufenden, alle Gebäude verbindenden Klinkersockel verstärkt.

Sparkasse Vorderpfalz in Speyer

Die Hauptstelle der Sparkasse Vorderpfalz liegt am Rande der Speyerer Altstadt zwischen Dom und Hauptbahnhof. Das aus den 1980er- Jahren stammende Haupthaus wird an der Nordseite – entlang der Augustinergasse – durch ein Parkhaus und ein kleines Eckhaus mit Wohnungen ergänzt. Im Rahmen des bestehenden Bebauungsplans wird das Ensemble weiterentwickelt und einer neuen Nutzung zugeführt. Der Entwurf sieht gezielte Eingriffe in den Bestand vor, die den Charakter der Altstadt wieder aufgreifen.

Das Bestandsgebäude nimmt keinerlei Bezug zu seinem Umfeld auf und verhält sich wie ein Fremdkörper in dem sehr homogenen Gefüge der Altstadt. Durch teilweisen Rückbau, Umbau und Erweiterung wird Gebäude auf eine klare Grundfigur zurückgeführt. Diese einfache Geometrie schafft es drei klar definierte Stadträume zu bilden.  Diese kleinteilige Struktur integriert das Haus in die Altstadt. Der Rückbau um ein Geschoss – von vier auf drei Vollgeschosse – trägt weiterhin wesentlich zu der Einpassung des Hauses in den städtischen Kontext bei.

Die Anzahl der Giebel wird zugunsten einer klaren Ausrichtung reduziert, sodass jede Straßen- bzw. Platzfront über jeweils einen, identisch dimensionierten Giebel verfügt. Schließlich werden die Fassaden vollständig neu aufgebaut. Ein umlaufender Sockel aus beigefarbenem Naturstein nimmt lokale Bautraditionen auf und verstärkt die Ensemblewirkung. Fensterfaschen und die roten Satteldächer mit regelmäßig gesetzten Dachgauben nehmen typische Motive der Speyerer Altstadt auf. Die neuen Fassaden reagieren differenziert auf die drei umgebenden Stadträume. So wird etwa die Eingangssituation der Sparkasse am Willy-Brandt-Platz durch Giebel und Erker akzentuiert.

Das Erdgeschoss nimmt nach wie vor die Räumlichkeiten der Sparkasse auf. Der Zugang erfolgt vom Willy-Brandt-Platz. Ergänzt wird die Erdgeschossnutzung durch eine kleine Gastronomieeinheit. Im ersten Obergeschoss befindet sich hälftig Gewerbe und Wohnen. In den darüber liegenden Geschossen ist in Mix aus frei finanzierten und geförderten Wohnungen untergebracht. Bei der Sanierung des Parkhauses in der Augustinergasse ist eine Mischnutzung. Das Eckhaus Augustinergasse / Armbruststraße wird nach der Sanierung ausschließlich Wohnungen beherbergen.

Im Rahmen der Sanierung des Ensembles Sparkasse Vorderpfalz werden die umliegenden Freiflächen aufgewertet und zu Stadtplätzen umgestaltet. Eine neue Bepflanzung des Willy-Brandt-Platzes reagiert auf die Achse des Haupteingangs, sämtliche Grünanlagen sind begeh- und bespielbar.

Der ausgeschriebene Architektenwettbewerb für die Neuentwicklung des Sparkassen-Quartiers der Sparkasse Vorderpfalz in der Wormser Straße 39 in Speyer ist beendet. Ein 15-köpfiges Beurteilungsgremium entschied sich für den Entwurf des Architekturbüros Stefan Forster aus Frankfurt.

Der Entwurf des Wettbewerbssiegers hat auch besonders durch seine gute Umsetzung des Raum- und Funktionsprogramms, dem flexiblem Umgang mit der vielfältigen Nutzungsstruktur und der deutlichen Verbesserung der Aufenthaltsqualität sowie durch eine hohe Flächenwirtschaftlichkeit und der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten überzeugt.

Campus Bockenheim in Frankfurt

Als Auftakt zur Neubebauung des ehemaligen Campus Bockenheim der Goethe-Universität wurde an der nördlichen Spitze des Areals eine Blockrandbebauung mit drei übereck geführten Wohnhäusern von unterschiedlichen Architekturbüros realisiert. In diesem Kontext entwickelten Stefan Forster und sein Team ein Wohnhaus mit 58 Wohnungen und einer Einzelhandelsfläche in prominenter Lage direkt neben dem denkmalgeschützten Bockenheimer Depot am Carlo-Schmid-Platz. Zum Platz hin öffnet sich das Gebäude mit großzügigen Balkonen, die das Motiv der abgerundeten Ecke aufnehmen. Massive, Gesimse und verschieden tiefe Verputzsprünge erzeugen die gewünschte Plastizität und stellen den Bezug zu großstädtischen Wohnhausarchitekturen des vergangenen Jahrhunderts her. Der dunkle Klinkersockel bezieht sich in seiner Materialität auf das Bockenheimer Depot, der gewählte Farbton hält jedoch bewusst Distanz. Die Wohnungen verfügen jeweils über Loggien bzw. Balkone zur Vorder- und Rückseite. Das Gebäude wurde im Passivhausstandard errichtet.

Weiteren Projekten

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