Metropolregion Rhein-Neckar

Überregional

Bauen mit ökologisch nachhaltiger Vision

Die Baugenossenschaft Bad Cannstatt eG, gegründet 1893 in Stuttgart, wird heute von 2.207 Mitgliedern getragen. Ihre Geschäftsfelder umfassen die Bewirtschaftung des eigenen Immobilien-bestandes – unter anderem 1.675 Wohnungen, 11 Gewerbeeinheiten, 1.024 Stellplätze und 2 Kindergärten – in mehreren Stuttgarter Stadtteilen sowie die Geschäftsbesorgung für die beiden hundertprozentigen Tochtergesellschaften BGC Service GmbH und BGC Hausmeisterservice GmbH. Die Bilanzsumme der BGC belief sich 2017 auf 68,5 Millionen der Jahresüberschuss auf 709.885 Euro.

Arbeitende Menschen wollen in lebenswerter, gut erreichbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen, so weit hat sich an der städtischen Wohnungsnachfrage seit dem 19. Jahrhundert wenig geändert. Schon bald nach ihrer Gründung konnte die BGC hier Abhilfe schaffen. 

Noch heute lautet ihr Ziel, durch gemeinsame Selbsthilfe auf genossenschaftlicher Grundlage der Wohnungsnot entgegenzuwirken und den Wohnkomfort für alle Mitglieder zu verbessern. Hinzugekommen ist eine hohe Wertschätzung für ökologische Maßnahmen und für eine nachhaltige Entwicklung der Quartiere unter Beachtung demografischer Trends. Zwei Projekte werden hier exemplarisch beschrieben: das Sanierungsvorhaben Obere Waiblinger Straße, ausgeführt von Keck und Lorch Architekten, und das Neubauprojekt Ruhr-/ Pfalzstraße im Cannstatter Quartier Winterhalde, ausgeführt von EMT Architekten.

Keck und Lorch: energetische Sanierung obere Waiblinger Straße

Das Wohngebäude in der Oberen Waiblinger Straße 176/178 (Baujahr 1954) erreicht nun, nach Umbau und energetischer Sanierung, den Standard KfW 85. Entstanden sind 18 Dreizimmerwohnungen mit einer Fläche von je 59 m2 und im Dachgeschoss zwei Zweizim-merwohnungen à ca. 54 m2; insgesamt umfasst das Gebäude 1.170 m2 Wohn-fläche. Den Gebäuden wurde jeweils ein Aufzugsturm vorangestellt.

Für das Umbauvorhaben wurden die Grundrisse des Gebäudes mit zwei Hauseingängen und vier bzw. fünf Vollgeschossen im Bereich der Küchen, Küchenbalkone und Bäder aktuellen Wohnbedürfnissen angepasst. Kamine in den Wohnräumen wurden abgebrochen, Loggien und Bäder zu größeren Bädern zusammengefasst. Die Gesamtgröße der Dreizimmerwohnungen blieb erhalten. Im neu ausgebauten Dachstuhl entstand jeweils giebelseitig eine Zweizimmerwohnung mit Dachterrasse. Die alten Balkone wurden durch Vorstellbalkone ersetzt. Im UG des Hauses Nummer 176 hielten in der Heizzentrale für beide Gebäudeteile ein Gas-Brennwert-Kessel sowie ein Blockheizkraftwerk Einzug. Das Gebäude erhielt einen äußeren Vollwärmeschutz aus Mineralwolle (WDVS) mit Silikonharzputz. Auch die Kellerdecken sind nun gut gedämmt; an der Untergeschossdecke sowie teilweise an den Wänden wurde eine Styropor-Wärmedämmung angebracht. Statt der alten sind nun moderne, isolierverglaste Kunststofffenster mit integrierten Lüftungselementen eingebaut. Breitere Balkontüren und eine Verglasung im Treppenhaus ergänzen die Maßnahmen.

Das Dach entstand neu als Pfettendach mit Zwischensparrendämmung. Neu sind auch der Abgaskamin, die Heizkörper in den Wohnungen und Treppenhäusern, die Heizungsverteilung im UG sowie die Heizleitungen an der Fassade in der Dämmung. Sämtliche Versorgungsleitungen, Wasser- und Abwasserinstallation wurden wärmeisoliert und eine Zwangslüftung mit Einzellüftern eingebaut.

Die Arbeiten fanden zwischen Mai und Dezember 2017 in bewohntem Zustand statt. Anfang 2018 wurden Außenanlagen, Aufzüge, Balkone und die Wohnungen im Dachgeschoss fertiggestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert