Metropolregion Rhein-Neckar

Überregional

Holzland Rheinland Pfalz

Nachhaltigkeit vor der Haustür

Rheinland-Pfalz besteht zu 43 Prozent aus Wäldern, aber auch aus Weinanbaugebieten an Rhein und Mosel, aus der Vulkaneifel, Mittelgebirgen, der Rheinebene und Hochebenen. Mit Eifel, Hunsrück, Pfälzerwald und Westerwald ist es in Deutschland das Waldland schlechthin. Wenige Ballungsgebiete entlang des Rheins verursachen einen pendelnden Individualverkehr. Neben der Industrie (Chemie, Pharma, Auto- und Maschinenbau, Lebensmittel) kommt auch dem Tourismus beim nachhaltigen Wirtschaften eine wichtige Rolle zu. Stand 2020 wurden etwa 51 Prozent der Bruttostromerzeugung aus Erneuerbaren Energien gewonnen, vornehmlich aus Windenergie. Es folgen Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft (entlang der Mosel) und Geothermie. Dennoch importiert Rheinland-Pfalz fast ein Drittel seines Netto-Strombedarfs.

Dabei haben die Kommunen im Land ihre Klimaschutz-Anstrengungen in den letzten Jahren verstärkt. Ein 2015 aufgesetztes Klimaschutzkonzept wurde 2020 unter Beteiligung der Öffentlichkeit fortgeschrieben mit Fokus auf die Umsetzbarkeit seiner 107 konkreten Maßnahmen. Landkreise und Verbandsgemeinden stellen Klimaschutzmanager ein und lassen Klimaschutzkonzepte erstellen; eine Reihe von Gemeinden hat den „Klimanotstand“ ausgerufen oder Verfahren etabliert, um die Auswirkungen von Beschlüssen oder Verwaltungshandeln auf Umwelt und Klima zu überprüfen. Auf Quartiersebene und in Dörfern entstehen regionale Wärmeverbünde. Baugebiete erhalten bei der Erschließung eine Versorgung mit „kalter Nahwärme“. 2019 wurde ein Speicher-Programm gestartet, um den Zubau an Dachflächen-Photovoltaik auf Eigenheimen und kommunalen Liegenschaften voranzutreiben.

Auf Holz gebaut

Im Gebäudesektor müssen gemäß Bundes-Klimaschutzgesetz die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 (210 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente) um rund 67 Prozent sinken. Dank energieeffizienter Neubauten und Sanierungsmaßnahmen gingen die Emissionen bereits im Jahr 2018 auf rund 120 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Bei der Betrachtung eines Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg muss ein geringer Energieverbrauch im Betrieb im Vergleich zu einem hohen Energieaufwand für Bau (und Rückbau!) relativiert werden. Letzteres wird als „graue Energie“ bezeichnet. Für einen Neubau mit KfW Effizienzstandard 55 beträgt diese etwa 50 Prozent am Energieverbrauch im Lebenszyklus. Also muss schon für die Prozesse bei Bau und der Sanierung das Prinzip der Nachhaltigkeit beachtet werden.

Holz hat eine hervorragende ökologische Bilanz und eine wichtige ökonomische Bedeutung für Rheinland-Pfalz.  Durch Bauen mit Holz lassen sich solche „grauen“ Emissionen um 45 Prozent vermeiden. Wird berücksichtigt, dass im verbauten Holz ja auch noch CO2 eingelagert ist, dann liegt der Minderungswert sogar bei 83 Prozent. Durch Vorfertigungsmöglichkeiten ist Holzbau besonders dazu geeignet, wirtschaftlich und in kurzer Zeit energieeffiziente Gebäude zu erstellen. Die Quote genehmigter Gebäude, die überwiegend in Holz gebaut werden, lag in Rheinland-Pfalz 2019 mit 22 Prozent über dem Bundesdurchschnitt von 19 Prozent. Bei Wohngebäuden liegt die Quote sogar bei 24 Prozent. 

Schon 2009 rief die Landesregierung daher ein Holzbau-Cluster ins Leben, um die Holzbaubranche zu stärken und Referenzprojekte zu schaffen. Neben dem Neubau innovativer Holzbau- oder Hybridlösungen werden auch Sanierungen gefördert, sowohl von privaten wie öffentlichen Bauherrn.

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