Metropolregion Rhein-Neckar

Marcus Kerth

Geschäftsführer von Reticulum Media

Liebe Lesende,

das Jahr 2022 bescherte Bauherren und der Bauwirtschaft eine Explosion der Energie- und  Baustoffpreise, Lieferengpässe bei Rohstoffen und eine seit den Siebzigerjahren nie gekannte Inflation. Haben der schonende Umgang mit Energie und Ressourcen schon in den Jahren bisher bei neuen Bauprojekten eine wichtige Rolle gespielt, so ist Energiesparen im Winter 2022/2023 zum zentralen Thema für den Bau neuer und die Sanierung bestehender Wohn- und Geschäftsgebäude geworden. Für wen dies bisher lediglich günstige Nebeneffekte waren, der wird und muss nun froh darüber sein, dass für die Nutzung erneuerbarer Energien und den sparsameren Umgang mit Ressourcen bereits so viel Expertise bei Planungs- und Architekturbüros vorhanden ist, ganz besonders im deutschsprachigen Raum. Ohne Offenheit für alternative Energieerzeugung und Energiequellen hat die Bauwirtschaft keine Chance, aus dem gegenwärtigen Rückgang und der Investitionsverzögerung herauszukommen.

Der Austausch über erfolgreiche Bauprojekte ist also wichtiger denn je, ein Treffpunkt Architektur notwendig geworden, um Informationen über innovative Ideen und Projekte zum energieeffizienten Wohnen und Bauen aus Forschung, Industrie, Handwerk und Bau öffentlich zugänglich zu machen. Unser neuer Treffpunkt Architektur stellt in jeder Ausgabe eine andere Region in Deutschland, Österreich oder in der Schweiz in den Fokus. Sie haben hier die Ausgabe für die Metropolregion Rhein-Neckar vor sich. Interviews, Redaktion und Werbemöglichkeiten Print und Online gehen auf unserer Plattform Hand in Hand.

Der Realo-Check

Das Ziel vieler neuer Verordnungen, die gewünschte Energiewende zu beschleunigen, kann nur im Interesse aller liegen. Doch die Praxis hat in den letzten Monaten schmerzlich die Grenzen der Mach- und Finanzierbarkeit gezeigt. „Frieren aus Solidarität“ und Ähnliches können keine nachhaltige Lösung sein. Neue Vorgaben müssen weitsichtiger mit den Akteuren in der Bauwirtsaft abgestimmt werden. Für die praktische Umsetzung der Ziele der Energiewende müssen Bauherren, Bauunternehmen und Handwerksbetriebe mit ins Boot geholt werden. Das in Jahrzehnten gewachsene Know-how von Architekten und Planungsbüros sollte wesentlich mehr als bisher in die politische Entscheidungsfindung einfließen. Je früher, desto besser.

Ähnlich dem Klima-Check jedes Gesetzesentwurfs sollte jede neue Klimavorgabe einem „Realo-Check“ unterworfen werden, einem Check gemäß seiner Realisier- und Finanzierbarkeit. Auf den folgenden Seiten lässt sich anschaulich verfolgen, wie Architekten und Planungsbüros in Kooperation mit Bauherren vor Ort mit praktischen Ansätzen mach- und finanzierbare Lösungen gefunden haben: energieeffizient und machbar. 

Ich wünsche Ihnen im Namen des ganzen Treffpunkt-Teams viele neue Anregungen bei der Lektüre.

Marcus Kerth
Geschäftsführer von reticulum media